Es gibt Menschen, die Geschichte schreiben – laut und mit viel Tamtam. Und es gibt Menschen, die sie verändern. Junko Tabei gehörte zur zweiten Kategorie.
1975 stand sie als erste Frau auf dem Gipfel des Mount Everest. In einer Zeit, in der man von Frauen, nicht nur in Japan, erwartete, sie sollten heiraten, Kinder bekommen – und ja nicht aus der Reihe tanzen. Bergsteigen oder Expeditionen für Frauen galten als unpassend, unschicklich, unnötig. Tabei ließ sich davon nicht beirren. Sie gründete ihr eigenes Frauen-Bergsteigerinnen-Team, sammelte Geld mit Nebenjobs, nähte ihre Ausrüstung teilweise selbst – und ging Schritt für Schritt dorthin, wo andere ihr sagten, sie habe da nichts verloren. Sogar bis auf den Gipfel des Mount Everest! Das allein ist schon aller Ehren wert. Doch das eigentlich Außergewöhnliche war nicht, dass sie den Everest bezwingen konnte. Sondern mit welcher Haltung sie das geschafft hatte.
Als sie später gefragt wurde, wie es sich anfühle, „den höchsten Berg der Welt bezwungen zu haben“, antwortete sie sinngemäß:
„Ich habe keinen Berg erobert. Ich durfte dort sein.“
In einem einzigen Satz steckt mehr innere Größe als in tausend Sieger-Selfies.
Junko Tabei war keine Frau, die einen Kampf mit anderen führte. Es ging ihr viel mehr darum, dass sie mit sich im Reinen bleibt. Nicht, um besser zu sein als andere – sondern um ehrlich zu sein mit sich selbst. Es war ihr auch egal, was andere von ihr erwarteten, es ging ihr darum, das eigene Potenzial bestmöglich zu entfalten. Ein Aufbegehren gegen die eigenen Denkmuster, innere Zweifel, Angst und Bequemlichkeit.
Genau hier beginnen nachhaltige Reflexion und persönliche Entwicklung. Nicht im Vergleich mit anderen. Sondern im stillen Dialog mit dem eigenen Potenzial.
Das ist eines der Kernelemente unserer Lehrphilosophie: Wachstum und Fortschritt entstehen dort, wo Menschen den Mut haben, sich selbst ernst zu nehmen.
Tabei war eine Hochleistungsbergsteigerin. Aber sie war keine Getriebene. Sie lehnte Sponsorenverträge ab, die sie zu Werbefiguren machen wollten. Sie lehnte den Starkult ab. Vor allem wehrte sie sich gegen das Narrativ vom „Siegen über die Natur“. Stattdessen sagte sie:
Die Berge sind keine Gegner. Sie sind Lehrer.
Später organisierte sie Expeditionen, um Müll aus dem Himalaya zu holen. Sie kämpfte für den Schutz der Umwelt, der sie nach eigenen Angaben sehr viel zu verdanken hatte. Leistung und Verantwortung waren für sie kein Widerspruch. Das ist auch aus unserer Sicht eine der zentralen Säulen eines erfüllten Lebens: Bedeutsamkeit.
In Junko Tabei spiegeln sich mehrere der Säulen eines selbstbestimmten und zufriedenen Lebens:
Das ist alles, außer gewöhnlich: Das ist exzellente Selbstführung.
Viele Menschen in Führung, im Unternehmertum oder im persönlichen Wachstum sind erschöpft, obwohl sie erfolgreich sind. Sie haben gelernt zu kämpfen – aber nicht zu wachsen. Ein Großteil der eigenen Energie wird darauf verwendet, veralteten Denkmustern gerecht zu werden, Erwartungen zu erfüllen, Widerstände zu brechen, Argumente zu suchen und sich anzupassen. Junko Tabei zeigt einen anderen Weg: Disziplin ohne Verhärtung. Ambition ohne Ego. Stärke ohne Lautstärke.
Genau dafür steht diese Reihe: Menschen – alles außer gewöhnlich.
Menschen, die uns daran erinnern, dass wahre Größe nicht darin liegt, höher zu stehen als andere – sondern tiefer bei sich selbst.
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