Im Einklang mit sich selbst
Menschen – Alles außer gewöhnlich. Teil 5: Göran Kropp
Das ist nicht machbar. Das geht so nicht? Wie soll das denn gehen? Sicher hast du das sowas auch schon oft gehört. Schon spannend, wie sich die eigene Wahrnehmung verändert, wenn du aus deinem Umfeld Grenzen gezogen bekommst. Und es gibt Leistungen, die stellen unser Verständnis von „möglich“ komplett infrage. Stell dir vor, ein Freund sagt dir, dass er mit dem Rad von Schweden an den Mount Everest fahren will. Verrückt?! Wenn dann derselbe Freund sagt, dass er dort dann den höchsten Berg der Welt besteigen und dann wieder nach Hause radln will, endet spätestens da deine Vorstellungskraft, oder?
Göran Kropp hat genau dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. 1995 steigt er nicht einfach in ein Flugzeug, um den Mount Everest zu besteigen. Er entscheidet sich für einen anderen Weg: Er fährt mit dem Fahrrad von Schweden bis in den Himalaya. Das sind über 13.000 Kilometer. Allein. Nur er, sein Rad und seine komplette Ausrüstung. Er besteigt den Mount Everest – ohne zusätzlichen Sauerstoff. Und danach? Steigt er wieder auf sein Rad und fährt zurück nach Hause.
Was diese Geschichte wirklich außergewöhnlich macht, ist für uns nicht lediglich die sportliche Leistung. Das Entscheidende passiert in den Stunden, in denen niemand zusieht: Kilometer für Kilometer, Gegenwind, Regen, Hitze, Schmerz, Erschöpfung, Zweifel.
Und immer wieder: Diese Stille. Keine Ablenkung. Kein Applaus. Kein Ausweichen.
Nur er mit sich selbst. Was Göran Kropp gemeistert hat, ist mehr als eine Expedition. Es ist eine Form von innerer Arbeit, die heute selten geworden ist. Denn in einer Welt voller Reize haben viele verlernt, mit sich selbst allein zu sein. Er hatte keine Möglichkeit, sich abzulenken. Keine Möglichkeit, sich zu entziehen. Ein sehr langer Weg, um sich selbst zu begegnen. Und genau darin liegt für uns das Außergewöhnliche. Nicht nur die faszinierende Disziplin. Nicht nur das bewundernswerte Durchhaltevermögen. Sondern auch und vor allem die Fähigkeit, mit sich selbst im Reinen zu sein – auch dann, wenn es schwierig wird.
Was das für dich bedeutet?
Du musst keinen Everest besteigen. Und auch nicht 13.000 Kilometer Fahrrad fahren, um im Alltag den Momenten zu begegnen an denen etwas schwer und anstrengend wird. Situationen, in denen Zweifel auftauchen und der Weg länger ist als gedacht.
Die entscheidende Frage ist nicht: „Wie schnell komme ich ans Ziel?“
Sondern: „Wie gehe ich mit mir selbst um, während ich unterwegs bin?“
Unsere Impuls für diesen Monat: Nimm dir bewusst Zeit – ohne Ablenkung und beobachte:
- Welche Gedanken kommen?
- Welche Gefühle tauchen auf?
- Wie sprichst du innerlich mit dir selbst?
Lehrbotschaft
Außergewöhnliche Leistungen entstehen nicht nur durch körperliche Stärke – sondern durch die Fähigkeit, in schwierigen Momenten in Einklang mit sich selbst zu bleiben. Oder anders gesagt: Der schwerste Weg, den du gehen darfst, ist der zu dir selbst. Ehrlich, in Liebe und Fürsorge. Klingt einfach?
Was sind deine Erfahrungen im Dialog mit dir selbst?
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Es folgen weitere spannende Berichte über Menschen, die alles sind, außer gewöhnlich.
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